Hydrauliköl

Öle zur Übertragung von Energie in Form von hydraulischem Druck nennt man Hydrauliköl, Hydraulikfluid oder Hydraulikflüssigkeit. Kommen Schmierstoffe im gemeinsamen Haushalt von Getrieben und Hydraulikanlagen zum Einsatz, spricht man von Getriebe-Hydrauliköl mit und ohne nasse Bremsen und der Kennzeichnung UTTO, TUO oder TOU.

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Dank der physikalischen Entdeckung der Hydrodynamischen Kraftverteilung durch Pascal im 17. Jahrhundert, dass der Druck in einem Hydrauliksystem gleichmäßig aufgebaut und übertragen werden kann, leisten Hydrauliköle in sehr vielen Anwendungsgebieten ihre wichtige Aufgabe.

Neben der Hauptaufgabe der Druckübertragung schützt das eingesetzte Öl durch Schmierung die verbauten Teile vor Verschleiß, der Abtransport von Wärme und Hitze bietet eine wichtige Kühlfunktion. Es gibt praktisch keine Fahrzeuge, wo nicht Hydraulikfluide zum Einsatz kommen. Hydrauliköle leisten ihren Dienst in Land- und Forstmaschinen, Kommunalfahrzeugen, PKW und LKW oder Maschinen auf dem Bau. Darüber hinaus werden Hydraulikflüssigkeiten in sehr vielen Maschinen und Hydraulik Aggregaten verwendet.

Dem Marktanteil am deutschen Schmierstoffmarkt entsprechend, finden Sie viel Hydrauliköle im Angebot bei Interlubes.

Einstufung und Klassifizierung von Hydraulikflüssigkeiten

Wie die meisten Schmierstoffe auch, sind diese Flüssigkeiten eine Mischung von Grundölen und Additiven. Durch die Zusammensetzung, sprich das Verhältnis und die Eigenschaften der eingesetzten Komponenten, wird das Fluid auf die vorgesehenen Einsatzgebiete entsprechend gebaut. Bezeichnungen, Anforderungen und Leistungsfähigkeit der Fluide wird in Tests und Prüfmethoden und Normen nach ISO 6743/4, DIN 51502, DIN 51 524 oder DIN 51 517 dargestellt oder geprüft. Sie heißen HLP, HL, H oder HLPD, HVLP und HVLPD. Darüber hinaus werden Schadenskraftstufen ermittelt. Im Detail. H nach DIN 51517 und ISO 6743/4 sind Hydrauliköle meist ohne Additive und stellen die niedrigste Qualitätsstufe dar. Diese Öle sind heute praktisch nicht mehr im Einsatz. HL Öle werden nach DIN 51524 Teil 1 und ISO 6743/4 Flüssigkeiten klassifiziert, welche mit Zusätzen zur Verbesserung der Alterungsstabilität und des Korrosionsschutzes eine höhere Leistungsstufe darstellen. Auch diese Hydrauliköle verlieren immer mehr an Bedeutung. HLP bzw. HL-P Flüssigkeiten werden nach DIN 51524 Teil 2 eingestuft. Hier kommen Druckzusätze (P = Pressure), zusätzliche Alterungs- und Korrosionsschutz Additive und Temperaturstabilere Öle und Zusätze zum Einsatz. U.a. damit halten HLP's höheren Drücken und Temperaturen Stand. HLP stellen den aktuelle Mindeststandard dar und sind fester Bestandteil im Angebotsportfolio von Interlubes. Sie finden diese auch unter der Produktkategorie Hydrauliköle. HVLP und Hydrauliköle mit HV (High Viscosity) Zusätzen sind in DIN51524 Teil 3 definiert. In diesen Fluiden werden zum Ziel einer weiteren Verbesserung so genannte VI (Viskosity Improver) oder VI-Verbesserer eingesetzt. Damit wird neben nochmals optimiertem Korrosionsschutz die Alterungsbeständigkeit erhöht. Die VI Additive aber werden in der Hauptsache zur Verbesserung des Viskositäts-Temperatur-Verhaltens verwendet. Damit erreicht man eine weitere Reduzierung des Verschleißes, der durch Reibung und Mischreibung (z.B. Metall auf Metall, Metall auf Elastomere usw.) entsteht. Einfach ausgedrückt sorgen die HVI oder VI Zusätze dafür, dass das Öl bzw. der Schmierfilm bei steigenden Temperaturen langsamer dünner werden, was gerade bei hochbelasteten Hydraulikanwendungen entscheidend für den Schutz und die Leistungsfähigkeit der Aggregate ist. Dies beinhaltet auch den Druck. HLPD oder HLP-D Öle haben Dispergenzien, welche Schmutz in Schwebe halten und damit zum Filter transportieren und Emulgatoren, welche Wasser aufnehmen können. Damit werden Verunreinigungen aus dem System geleitet und negative Einflüsse auf Steuerventile und Dichtungen vermieden.

Viskosität und physikalische Kennziffern

Die Fließfähigkeit oder Viskosität wird nach ISO 3448 als der Viscosity Grade ISO-VG dargestellt. Je niedriger der Wert, desto dünnflüssiger ist das Hydrauliköl bei 40°C-

ISO-VG 10
ISO-VG 15
ISO-VG 22
ISO-VG 32
ISO-VG 46
ISO-VG 68
ISO-VG 100
ISO-VG 150

Einsatzkategorien und Basisöle

Neben den oben genannten Bezeichnungen für Hydrauliköle auf Basis von Mineralöl, gibt es schwer entflammbare, biologisch abbaubare und Lebensmittelverträgliche Hydraulikflüssigkeiten.

Schwer entflammbare Öle werden nach DIN 51502 und ISO 12922 klassifiziert und haben die Kennbuchstaben HFA, HFA E, HFA S, HFB und HFC. Ergänzend sei hier genannt HFD R und HFC U für wasserfreie Öle.

Umweltfreundliche Hydrauliköle

Dem Umweltschutz geschuldet nimmt der Einsatz an biologisch abbaubaren Hydraulikölen glücklicherweise stetig zu. Damit können Umwelt, Flora und Fauna geschützt werden. Hier unterscheidet man in HETG, HEES, HEPR und HEPG. Interlubes hat hier eine große Auswahl an umweltfreundlichen Schmierstoffen im Sortiment.

HETG steht für wasserunlösliche Öle auf Basis pflanzlicher bzw. tierischer Herkunft. Diese Öle weisen hervorragende Schmiereigenschaften auf. Gleichzeitig aber sind sie nicht hochtemperaturstabil. Außerhalb eines Systems neigen manche HETG zur Verklebungen und festen Belägen, die schwer zu entfernen sind.

Von HEES Ölen spricht man bei Verwendung von synthetischen Estern. Synthetische Ester nach VDMA 24568 Tabelle 2, gib es in vielfältigster Zusammensetzung. Man unterscheidet diese Öle in gesättigte und teilweise ungesättigte Ester, was auf die Standzeit des Öles (Ölverweilzeit) u.a. beim Einfluss von Wasser und Temperaturen, einwirkt. HEES Hydrauliköle spielen die größte Rolle, wenn es um technische Höchstleistung, extrem lange Ölwechselintervalle und biologisch abbaubare Öle geht.

HEPG Öle auf Basis von Polyalkylenglykole stehen technisch gesehen den HEES nicht nach. Sie weißen teilweise einen noch besseren Verschleißschutz auf, haben aber im Hinblick auf die Natur und Gewässerschutz einen Nachteil. Polyglykole sind wassermischbar und damit im Falle eines Ölunfalles bzw. einer Ölhavarie nicht mehr aus dem Wasser zu entnehmen. HEES Öle schwimmen als eine Art Ölauge auf dem Wasser.

HEPR sind ebenfalls biologisch abbaubare Hydraulikfluide, welche auf Polyalphaolefine (Synthetische Kohlenwasserstoffe) aufgebaut sind. Hier wird heftig gestritten, ob denn Öle auf Basis von PAO denn wirklich biologisch sinnvoll sind.

Im Bereich der biologisch abbaubaren Öle können einige wichtige, Marktführende Marken genannt werden. Neben Panolin und Tectrol TERRA HYD sind Produkte der Plantoreihe zu erwähnen, welche Sie bei Interlubes gerne anfragen können.

Lebensmittelverträgliche Öle

Kommen wir an dieser Stelle zu den Lebensmittelverträglichen Hydraulikölen. Diese werden nach einer Hygienerichtlinie in H1 bzw. H2 eingestuft. Neben der FDA (Food and Drug Administration, USA) ist InS in England für die Zulassung verantwortlich.

H1 ist die Kennzeichnung für Lebensmittelgerechte Schmierstoffe, welche in der Produktion von Lebensmitteln gelegentlich und technisch unvermeidbar Kontakt zu Lebensmittel haben.

H2 ist die Kennzeichnung für Schmierstoffe, welche in der Lebensmittelindustrie zugelassen sind, aber keinen Kontakt zu Lebensmitteln haben dürfen, z.B. in geschlossenen Systemen.

Gemäß dem islamischen Ritus dürfen nur Lebensmittel gegessen werden, die „rituell rein“ und zugelassen sind. Dies wird durch die Bezeichnung „halal“ gekennzeichnet. Mit dieser Bezeichnung sind manche Schmierstoffe mit der Einstufung H1 Schmierstoffe ergänzend freigegeben. Dies kann allerdings nur nach einer Halal-Zertifizierung erfolgen.

Im weitesten Sinn sind auch ATF (Automatic-Transmission-Fluids) Hydrauliköle, welche Kraft übertragen. In der Praxis aber stellen die ATFs eine eigene Produktkategorie dar.